Grillwochenende mit Diashow “Zentralasien 2010″
von Idefix am Jun.20, 2011, unter Zentralasien 2010
Liebe Leute,
am 1. Juli bin ich bereits ein Jahr von meiner Radtour „Zentralasien 2010“ retour. Wie die Zeit vergeht… Anlässlich dieses Jahrestages möchte ich mich für dein/euer Mitfiebern an der Tour bedanken und ein Grillwochenende mit einer Diashow der besten Bilder dieser Reise veranstalten.
Zeit: 2.-3. Juli 2011, Checkin ab 15 Uhr am Samstag, Checkout bis 16 Uhr am Sonntag
Ort: Dr.-Hüttlheim der Wiener Pfadfinder und Pfadfinderinnen, Steinrieglstraße 61, A-3411 Weidlingbach
http://www.wpp.at/common/download.php?id=20&scope=haeuser&ext=pdf
Anfahrtsplan:
Größere Kartenansicht
Festnetznummer des Heims: 02243/30496 (vor Ort kaum Handyempfang möglich)
Anreise: Neuwaldegger Straße > rechts auf Höhenstraße abbiegen > dem Schild “Höhenstraße” folgend links abbiegen (ab hier mit Kopfsteinpflasterung), vorbei am “Häuserl am Roan” > links auf die Sieveringer Straße abbiegen (Richtung Klosterneuburg/Sievering), dabei die Variante Klosterneuburg wählen (2x nach links) > irgendwann nach mehreren Kurven erblickst du einen Handymast, hier geht dann links die Steinriegelgasse rein. Parkmöglichkeiten an der Straße.
Du kannst auch über Klosterneuburg anreisen und dann Richtung Weidling und Weidlingbach fahren. Die Variante ist vielleicht nicht kürzer, aber möglicherweise schneller.
Das Hüttlheim bietet ausreichend Platz für etwa 60 Leute, hat eine voll ausgestattete Betriebsküche, einen Pingpongtisch und einen großen Garten für Ballspiele etc.
Am 2. Juli (Samstag) wird es ab 16 Uhr eine Grillerei geben und am späteren Abend die Diashow. Ich sorge für Holz, Kohle und ein Basisangebot an Getränken (Säfte, Bier), Grillgut (Fleisch, Würstel, Gemüse, Kartoffeln), Salaten und Soßen. Für Salat- und Kuchenspenden wäre ich euch sehr dankbar. Weiters ersuche ich euch bei spezielleren Wünschen um eigene Mitnahme. Auch für das Frühstück am Sonntag wird von mir ein Basisangebot (Brot, Butter, Marmelade, Honig, Müsli, Kaffee, Tee) bereit gestellt. Bei Spezialwünschen bitte ich auch hier um eigene Mitnahme.
Zwecks Planung dieses Wochenendes ersuche ich dich/euch bis 31. Mai um verbindliche Zusage per Mail bezüglich dein/euer Kommen zum
• Grillen am Samstag (Unkostenbeitrag pro Person: 7 Euro)
• Grillen am Samstag und Übernachten im eigenen Zelt im Garten (Unkostenbeitrag pro Person: 12 Euro)
• Grillen am Samstag und Übernachten im Lager (Unkostenbeitrag pro Person: 15 Euro)
Für alle diejenigen, welche schon am Nachmittag mit großem Hunger kommen, gibt es Brot und Aufstriche. Das Spanferkel wird zw. 18:00 und 19:00 fertig werden
(keine Sorge, es gibt auch genug fleischlose Grillgerichte für Vegetarier -> freiwillige Grillmeister dafür werden noch gesucht
)
Notwendige Ausrüstung: warme Kleidung, Isomatte bzw. Picknickdecke, Outdoorspielzeug (für Tischtennis etc.), (Hütten-)Schlafsack fürs Lager, Musik (CD, USB, SD, DVD, Gitarre), gute Laune, Sonnencreme, Mückenspray
Ich freue mich auf ein gemütliches Wochenende!
Liebe Grüße,
Elias
Zu Hause…
von Idefix am Jul.04, 2010, unter Zentralasien 2010
…angekommen! Mittlerweile sind wir wieder zurück in Österreich und Deutschland und genießen die Vielfältigkeit und Ordnung. In den nächsten Wochen müssen wir erst einmal das Erlebte aufarbeiten und uns wieder an die hier herrschenden Gesetze und Regeln gewöhnen.
Es wird in etwa 2-3 Monaten eine Diashow mit Grillwochenende geben. Wahrscheinlich wieder im Wienerwald, 2-tägig. Genaueres folgt dann noch per E-Mail und auch hier auf dem Webblog.
Es wird dann später am Webblog die Möglichkeit geben, sich anzumelden, entweder für beide Tage mit Übernachtung oder nur für einen von den beiden Tagen.
Kasachstan, Almaty
von Idefix am Jun.27, 2010, unter Zentralasien 2010
Und weil uns hier in Almaty so fad ist, gibt es doch noch einen Artikel. Viel Aufregendes gibt es nicht mehr zu berichten. Almaty ist sauber, modern und sauteuer. Allein die letzten 3 Tage hatten wir 400 eur verbraucht, damit sind wir sonst 3 bis 4 Wochen lang ausgekommen.
Gestern Abend waren wir beim Italiener, auf den wir uns schon seit Kirgisistan gefreut haben. Kaum hatten wir die Speisekarte aufgeschlagen, natuerlich auch in Englisch verfuegbar, hatte es uns im wahrsten Sinne des Wortes die Sprache verschlagen. Ein Stueck Lasagne kostete sage uns schreibe 4.200T, das sind etwa 23 eur, ein Glas Bier knapp 1.000T, ca. 5-6 eur…Wortlos sind wir wieder verschwunden und bei einem “billigeren” Restaurant untergekommen, wo wir fuer 2 Getraenke und 2 Hauptspeisen “nur” 5.000T zahlten (28 eur).
Nachdem wir gestern auch ein Touristenbuero aufgesucht hatten, da uns unser Hotelpreis zu teuer vorkam, gaben wir das Vorhaben, etwas Besseres zu einem guenstigeren Preis zu finden, auf. Unsere Toilette rinnt, das Zimmer ist an einer Hauptstrasse, Vergleichbar mit dem Guertel in Wien, ohne Klimaanlage, d.h. bei geschlossenem Fenster wuerde man wohl im eigenen Schweiss ertrinken, also Fenster auf und Gelsen rein. Die erste Nacht war ein Horror, total zerstochen. Gestern hatten wir dann das Innenzelt im Hotelzimmer aufgestellt…so laesst sichs einigermassen ueberleben. Wir zahlen dafuer sage und schreibe 8.400T pro Nacht, ca. 48 eur, das absolut schlechteste Preis/Leistungsverhaeltniss auf dieser Reise!!! Und lt. Touristenbuero sollten wir froh sein, ueberhaupt so was Billiges gefunden zu haben, die “normalen” Zimmer fingen bei 100USD die Nacht an…
Naja, so haben wir halt ein 2-Wochen Budged hier bereits in wenigen Tagen aufgebraucht und koennen es kaum noch erwarten, bis endlich unser Flug geht. Touristen sind hier nicht mehr von Einheimischen zu unterscheiden, alle modisch gekleidet, gestyled und geschminkt. Es gibt mehr Nagel- und Haarstudios, Kleidergeschaefte und sonstige Moeglichkeiten sein Geld zu verschwenden, wie authentische, gute und guenstige Lokale. Eine Shoppingmeile reiht sich an die naechste, wobei es hier im Vergleich zu anderen Grossstaedten Zentralasiens NICHT an “geldausgebewuetigen” Kunden mangelt. Die Schikaria flanniert in den Fussgaengerzonen und laesst dort ihre gerade gestylte Haarpracht in den Wind haengen. Die protzigen Autos saeumen den Strassenrand und niemand scheut sich, zu seigen, wieviel Geld er hat.
Uebrigens war auch ich hier Anfangs beim Friseur, in der Hoffnung, mir etwas zu ersparen. Die Qualitaet ist gut, aber der Preis dafuer umso hoeher. Zu Hause hatte ich um die Haelfte weniger bezahlt
.
Hier kann man sich als Langzeitreisender nicht lange aufhalten, wir fuehlen uns fehlplaziert mit unserer schmuddeligen Fahrradkleidung und unserem IMMER zu kleinen Geldbeutel. Jeden Tag suchen wir irgendwo einen Bankomaten auf, die hier zu Hauf an jeder Strassenecke stehen. Oft 4 bis 5 Stueck nebeneinander. Das Preisniveau ist wie in Europa und teilweise sogar darueber.
Kasachstan…
von Idefix am Jun.23, 2010, unter Zentralasien 2010
…so, geht sich doch noch ein Bericht aus
, müssen ja schließlich noch das restliche Guthaben aufbrauchen, bevor wir die kirgisische SIM-Karte entsorgen. Sind vor etwa 1h erfolgreich in Kasachstan eingereist. Mein Bauchweh ist nun vorbei, das war das letzte bisschen Ungewißheit! Wir hatten ja kein kasacchisches Visum. Da die Aussagen von Allen die wir fragten, ungleich waren, hatten wir bis zuletzt ein mulmiges Gefühl.
Angefangen von “max. 72h Aufenthalt”, über “double entry” usw…hatte uns jeder etwas anderes erzählt, weshalb wir dann auch gestern noch beim OVIR in Bishkek waren und für Reiner extra ein weiteres spezielles Exit-Visa für Kirgisistan besorgt haben. Ich hatte ja bereits ein double entry Visum für Kirgisistan.
Der Grenzübertritt war dann einer der schnellsten und einfachsten seit Europa! Exitstempel in Kirgisistan, womit diese Visum ungültig wurde, in Kasachstan kannte sich dann zwar Anfangs keiner aus, als wir ihnen erklärten, dass wir kein Visum hätten, machten dann aber einfach auf einer leeren Seite den Entry-Stempel rein und ließen uns passieren. Nach einem “proforma”-Öffnen einer unserer vielen Packtaschen hieß es nur: “Welcome to Kasachstan” und schon waren wir durch
Gleich nach der Grenze kann man ganz legal das restliche Geld aus Kirgisistan wechseln und im anschließenden Cafe mit Restaurantbetrieb ausgeben
, der erste Eindruck ist: Viel organisierter, besserer Standart, alles sauber, es gefällt uns….ideal um die Reise mit ein “wenig” Comfort ausklingen zu lassen.
Weil ich Anfragen bzgl. Radmitnahme im Bus in Kirgisistan bekommen habe: Ja es ist generell mölgich, aber nur in den großen Reisebussen, welche nur zw. Den größeren Orten verkehren. Das Problem ist jedoch der Laderaum. Von Bishkek weg zb ist er oft voll, dann haben die Räder keinen Platz. Die Busse sind eigentlich immer voll und es ist meist üblich, dass sogar im Gang noch welche stehen. Wir sind von Karakol nach Bishkek mit dem spätesten 23:00 gefahren (8h) und der Bus war überfüllt! Mussten eine halbe Stunde verhandeln, damit wir von dem exorbitantem, 10fachen Ticketpreis auf einen realistisschen Preis von etwa 16 eur für die Räder runterkamen. @Lothar: Das wird dich wohl auch an den Iran erinnern, oder
Jedenfalls blieben wir hart und als wir dann tatsächlich schon wieder aussteigen wollten, akzeptierte er dann unseren Vorschlag: Besser also vor dem Einladen um den Preis feilschen. 2 Räder und Gepäck belegen bei den Bussen hier halt leider auch fast eine komplette Ladelucke!
Heute werden wir noch ein wenig ins Landesinnere von Kasachstan fahren und dann voraussichtlich in 2 bis 3 Tagen in Almaty eintreffen. Dort haben wir dann noch 2 bis 3 Tage, die Räder für den Rückflug fertig zu machen und ein wenig das Großstadtleben zu geniessen.
Auf bald…! Danke fürs fleissige Kommentarschreiben! Das jetzt keine Reiseberichte mehr kommen, heisst nicht, dass dieser Blog geschlossen ist…es gibt weiterhin Stories, halt dann über Kletter- und Bergtouren und anderwewrtige Unternehmungen. Ausserdem werde ich generelle Informationen über unsere Tour, welche ich die nächsten Wochen aufarbeiten werde, hier online stellen. Ein gelegentliches Vorbeischauen lohnt sich also immer
LG aus Kasachstan, Elias & Reiner.
Planaenderung…
von Idefix am Jun.21, 2010, unter Zentralasien 2010
…so ist das halt in Zentralasien, man kann sich auf nichts verlassen. Seit Wochen verfolgen wir mehrmals woechentlich den Status der Grenzuebergaenge nach Kasachstan. Seit heute frueh ist es fix, der Uebergang im Nordosten, ueber Kegen, ist mit Sicherheit geschlossen. Zudem haben wir erfahren, dass die Regelung, welche erlaubt, mit einem kirgisischen Visum nach Kasachstan zu reisen, zwar gueltig ist, man jedoch ein “double entry” Visum fuer Kirgisistan dazu braucht. Ich haette zwar eines, Reiner aber nicht. Demnach muessen wir nun sowieso nach Bishkek in die Hauptstadt, zuerst mal fuer Reiner ein zweites Visum besorgen und dann von dort ueber den Hauptgrenzuebergang. Wir haben bereits die Bustickets, von 23:00 bis 7:00 dauert die Fahrt, angeblich ist der Bus immer voll mit Besoffenen, mal sehen wie das wird…damit ist auch die Reise hier und jetzt mehr oder weniger Beendet. Es wird keine neuen Berichte mehr geben und wir werden kaum noch am Rad sitzen. Vielleicht radeln wir noch die Strecke von Bishkek nach Almaty, wenn nach den buerokratischen Angelegenheiten noch Zeit bleibt. Das waere jedoch nur noch eine Fleissaufgabe, denn Interessantes gibt es dort nicht mehr.
Endspurt…
von Idefix am Jun.20, 2010, unter Zentralasien 2010
Nachdem wir mit dem Wetter wohl Pech haben duerften – es Regnet jeden Tag, ab Mittag tuermen sich die Gewitterwolken und der Himmel entleert sich – konnten wir trotzdem ein Bad im riesen grossen Ysyk-Koel See mit traumhaftem Zeltplatz am Sandstrand zwischen Baeumen und Straeuchern geniessen.
Mittlerweile sind wir in der wohl touristischten Gegend von Kirgisistan angelangt, wo trotz der derzeitigen Unruhen taeglich merhmals Touristen anzutreffen sind…auch pensionierte Radlerehepaare aus Linz, man glaubt es kaum
. Der Radlereherenkodex verlangt, dass man jedesmal stehenbleibt und Geschichten austauscht, so kommt man dann halt auch nicht weiter…aber eilig haben wir es jetzt nicht mehr. Unser Endziel, Karakol, ist erreicht. Von hier waren es mit einem Jeep gerade mal ein paar Stunden ueber die Grenze nach Kasachstan/Almaty zum Flughafen.
Die letzten Tage haben wir uns immer wieder auch mit Einheimischen ueber die politische Situation unterhalten. Fuer sie ist es ein Faktum, das der Expraesident Bakiyev dahintersteckt. Er hat im Ausland Millionen von Dollar angehaeuft, mit denen er Killer anstellte, welche gezielt Unruhe stiften sollten. Mittlerweile sind wir auch davon ueberzeugt. Die meisten Menschen in Osh wurden gezielt mit Kopfschuessen getoetet. Das war eine organisierte Bande die darauf Ausgebildet bzw. Vorbereitet wurde…danach ging das Chaos los…Jugendliche, welche sich raechen wollten, gingen mit primitiven Waffen, wie Stahlstangen usw. aufeinander los. Gerade heute erfuhren wir von einem hier in Karakol, ganz im Norden Kirgisistans, dass auch hier Leute, wahrscheinlich von Bakiyev bezahlt, verschiedene Kirgisien dazu bringen wollten, Usbeken umzubringen, indem sie ihnen Geld anboten…das muss man sich erstmal vorstellen! Hier haben gottseidank alle abgelehnt, die Menschen leben ja schon seit Jahrzehnten im Grunde mehr oder weniger friedlich miteinander. Die Unruhen wurden ganz gezielt angestiftet. Am 27. gibt es ein Referendum ueber den neuen Verfassungsentwurf, da koennte es nochmals kritisch werden, wir sind da jedoch schon lange in Kasachstan. Das kommende Jahr wird sehr hart fuer die Menschen hier werden, da sie mittlerweile vom Tourismus abhaengig sind. Allein in der Ysyk-Koel-Region wurden jaehrlich mehr als eine Million Touristen gezaehlt. Hier stehen mittlerweile die meisten Geusthouses leer, zu einer Zeit wo man ohne Reservierung kaum einen Platz bekam! Trotzdem galuben wir, dass das Reisen im Norden Kirgisistans auch zur Zeit sehr sicher und ohne Risiko ist!
Eine Huerde haben wir noch zu ueberwinden. Da wir kein kasachisches Visum haben und wir davon ausgingen, dass wir mit dem kirgisischen Visum auch nach Kasachstan in die Region Almaty einreisen duerfen, was auch stimmt, haben wir heute erfahren, dass diese Ausnahmeregelung nur fuer 72 Stunden gilt. In dieser Zeit schaffen wir es mit den Raedern aber nicht bis Alamty. Deshalb werden wir morgen vermutlich mit einem Bus nach Bishkek fahren ein kasachisches Transitvisum besorgen und dann von hier in 5 Tagen ueber mehrere Passe durch das Keunggoe-Ala-Too zu radeln. Dabei versuchen wir einen Weg, der auf keiner Karte existiert, wo aber Bilder auf Google-Earth zu finden sind…warum immer den leichtesten Weg nehmen, wenn es auch schwere gibt? Ganz einfach: Gerade die letzten 3 Fahrtage (seit vielen hunderten Kilometern wieder der erste Asphalt) haben uns derart fadisiert, das wir uns kaum noch motivieren konnten die letzten 400km zu radeln. Man braucht eben immer eine Herausforderung
Unser Flug geht dann am 30. Juni um 5:00 morgens von Almaty in Kasachstan. So alles gut geht, bin ich also am Mittwoch naechste Woche wieder in Wien
Nordkirgisistan
von Idefix am Jun.17, 2010, unter Zentralasien 2010
Nachdem uns jetzt Regen und Gewitter schon seit Tagen verfolgen, haben wir heute hier in Kochkor endlich mal Sonne. Seit dem Song-Kul begegnen wir nun mehrmals täglich Touristen. Die Gegend hier ist absolut sicher und es besteht auch weiterhin keine Gefahr! Ansonsten würden die Reiseveranstalter niemals weitere Touristen einfliegen.
Heute fahren wir noch weiter zum Issyk Kul See, wo wir dann noch einige Tage verbringen werden, bevor wir eine Woche vor Abflug die letzten 400km in Kasachstan bis Almaty zurücklegen.
Leider ist heute auch noch der rechte vordere Lowriderträger komplett auseinandergebrochen und mein Hinterreifen
hat sich aufgelöst. Die Karkasse ist gebrochen, nach über 10.000km. Ersatz haben wir keinen dabei, weshalb wir nun einen Reifenflicker aufsuchen werden. Ausserdem läuft das Tretlager seit einigen Tagen fast nur mehr Eisen auf Eisen, aber die letzten 600km wird es schon noch irgendwie gehen
Zentralkirgisistan
von Idefix am Jun.16, 2010, unter Zentralasien 2010
Vorab: Uns geht es gut und da wo wir unterwegs sind, besteht auch absolut keine Gefahr!
Heute haben wir den Song-Kul erreicht, über einen 3.200m-Paß. Dieser hatte gottseidank kaum noch Schnee, dafür brannte uns bei der Bergfahr die Sonne mit 42° in den Rücken, um dann am Paß hinter dicken schwarzen Gewitterwolken zu verschwinden und einem eisigen 8° Wind Platz zu machen.
Im Tal vor dem Paß konnten wir bei einer netten Familie in einer Jurte übernachten. Wir wurden verwöhnt mit köstlichen Marmeladen, Sandorn, Ayran, Stutenmilch, leckerem Essen, alles selbstgemacht!
Als wir den Song-Kul auf der Hochebene von etwas über 3.000m erreichten, begann es zu regnen und gerade rechtzeitig bekamen wir wiederum eine Unterkunft in einer Jurte. Die Wiesen um den See herum blühen in allen Farben, die Gegend ist mystisch und faszinierend. Überall Pferde mit denen man, so man will, einen Ausritt machen könnte.
Die Menschen hier sind anders als im Süden Kirgisistans. Sie wissen alle über das Massaker der letzten Tage bescheid und verstehen es selbst nicht! Auf sie wird eine schwere Zeit zukommen, denn viele hier sind mittlerweile vom Tourismus abhängig. Dieser wird nun sicher zurückgehen, obwohl es in Zentral- und in Nordkirgisistan keine Probleme gibt. Wer die Geographie von Kirgisistan, Usbekistan und Tajikistan kennt, der weiß wie verschachtelt diese Länder sind und wie zerrissen auch die einzelnen Volksgruppen beim Zerfall von Russland wurden. Kein Wunder also, dass es hier immer wieder Konflikte gibt, gerade in Osh und Jalalabad! Es war ja nicht das erste mal…der momentane Zustand dort muss katerstrophal sein. Wir hoffen alle, dass die Aufständischen endlich zur Vernunft kommen.
Aufgrund der derzeitigen Situation und auch wegen diverser Hinweise dass auf den Pässen im Naryntal noch viel Schnee liegen soll, haben wir uns nun entschieden, die Hauptstraße nach Karakol zu nehmen. Wir sollten also in 3-4 Tagen dort sein. Von da ist es nur mehr ein Tag bis zur Grenze nach Kasachstan. Beruhigt sich die Lage also nicht, können wir jederzeit und sofort das Land verlassen.
Keine Gefahr für uns…
von Idefix am Jun.13, 2010, unter Zentralasien 2010
Es braucht sich niemand Sorgen machen um uns! Wir waren schon im Süden und sind momentan in Zentralkirgisistan. Wir kommen auch nicht mehr in den Süden und auch nicht nach Bishkek. Wir fahren heute und morgen zum Song-Köl See hinauf, danach am schnellsten Wege über Naryn und das Narytal zum Issek Kul See, dort über das Südufer, Karakol über eine kleine Gebirgsgrenze im Nordosten Kirgisistans direkt nach Kasachstan. Wir kommen dabei durch keinerlei Problematische Gebiete mehr. Diese haben wir bereits hinter uns! Sollte ein Bürgerkrieg drohen, werden wir einen Jeepfahrer organisieren der uns in 2-3 Tagen direkt an die Grenze bringt. Momentan werden wir mit den Rädern noch etwa 2 Wochen brauchen. Wir lesen täglich mehrmals die Zeitung dank Internet am Handy und informieren uns über die Seiten des Ausenministeriums über die Situation, sind also sehr bemüht uns keinenfalls irgendwie in Gefahr zu begeben! Wir sind auch per EMail jederzeit erreichbar, sollte uns jemand etwas mitteilen wollen.
Bis bald, Lg Elias & Reiner.
Sacrito, Daroga nieto…
von Idefix am Jun.11, 2010, unter Zentralasien 2010
…das hatten wir die letzten Tage an die Hundert mal gehört. Anfangs wussten wir damit nicht viel anzufangen, bis uns in der Mitte das Tals, wo die einzige Verbindung nach Kazerman durchführt, ein Arbeiter erklärte, das die Straße geschlossen sei. Nach bereits 2 Tagen Quälerei wollten wir dies nicht wahrhaben und fuhren immer weiter. Zwei volle Tage brauchten wir auf den 3.000m Paß, wobei der Weg hinauf einer der Übelsten war, die wir bisher befahren hatten. Viele Kilometer mussten wir schieben, weil es schlichtweg zu steil war.
Allerdings lernten wir auch in diesem Tal die Gastfreundschaft
der Kirgisen so richtig kennen. Zur gleichen Zeit wie wir, überquerten auch ein paar Hirten mit ihrer Kuhherde den Paß. Sie waren schneller wie wir, somit waren sie in diesem Jahr die ersten, und wir die Zweiten, welche den Paß überquerten. Am Abend, wir waren gerade beim Kochen, brachte uns ein Hirtenjunge eine Flasche Ayran (frisch und noch warm) vorbei, eine Art Buttermilch, sehr lecker. Als er unser mühsam geschöpftes, saudreckiges Wasser im Topf sah, fragte er auch gleich, ob er uns sauberes Wasser holen soll.
Als wir Mittags am nächsten Tag die Paßhöhe erreichten, wussten wir, warum uns alle gewarnt hatten. Bis zu 15m hohe Schneewächten, im ersten Augenblick unpassierbar wirkend, versperrten uns den Weg auf der anderen Talseite. Eh klar, wir waren die Südseite hinauf, wo es auch noch genug Schnee hatte, wie sollte es dann erst auf der Nordseite aussehen. Meter für Meter kämpften wir uns in den Spuren der Kühe vorwärts. Nur sie gaben uns halt auf dem oft bis zu 50° steilen Flanken. Ein Ausrutscher und es gäbe kein Halten mehr. Manche Steilrinnen fielen mehrere hundert Meter bis in den Talgrund ab. Bei einer Flankenquerung passierte es dann. Ich ging vorraus mit meinem Rad, die Lage erkunden. Reiner wartete hinter der Wächte. Kurz vor einem Lawinenkegel verlor ich den Halt, der Vorderfuß rutschte weg, ich war noch 2m vom Weg entfernt direkt über einem Abgrund, der bis in den Talkessel führte. In diesem Augenblick schoss mir die ganze Tour durch den Kopf und nun ihr jähes Ende. Das Fahrrad würde den Aufprall 100m tiefer bestimmt nicht überleben und ich wäre bestimmt Krankenhausreif. Sekunden später ein dumpfer Knall, mit einer Hand konnte ich das Fahrrad gerade noch halten, mit der anderen stützte ich mich an einem Stein ab. Warum auch immer war ich nicht gerade hintuntergerutscht, sondern leicht schräg. Das Vorderrad prallte auf den ersten 10cm Weg auf, das Hinterrad überschlug sich richtung Abgrund.
Ich war gerettet, nur 10cm weiter rechts und es hätte kein Halten mehr gegeben. Ein Flaschenhalten, der Lenkertaschenhalter, Rückspiegel mussten drann glauben, ansonsten ist nichts passiert bei der 20m Sturtzfahrt.
Die restlichen Flanken, die uns den restlichen Tag kosteten
, packten wir die Räder jedesmal zur Hälfte ab und gingen zweimal. Im Notfall hätten wir so zumindest mit dem Pedal bremsen können. Am Abend waren wir gerade mal einige hundert Höhenmeter tiefer, aber total k.o. Und froh, einen Erdrutschsicheren Zeltplatz in einer Außenkuve einer Serpentine zu finden.
Den heutigen Tag brauchten wir, um das Tal wieder zu verlassen. Was oben der Schnee, das war weiter unten der Lehm, Dreck, Matsch. Oft steckten wir so tief fest, das wir das Rad zu zweit fast nicht mehr rausbekamen. Immer wieder mussten wir die Räder freilegen, weil sie mit Lehm und Dreck verklebt waren. Am Nachmittag erreichten wir eine Wiese mit einigen Jurten/Zelten. Man bot uns Pferdemilch an…auch Brot, frische Butter und Frischkäsebällchen bekamen wir. Unglaublich, wie freundlich hier alle waren! Am Abend sind wir dann wiederum völlig erschöpft in Kazarman angekommen. Die daraufflogende notdürftige Fahrradreperatur dauerte bis spät in die Nacht.
Morgen machen wir uns dann auf den Weg Richtung Song Köl, danach geht es weiter nach Naryn, wo wir in etwa einer Woche sein sollten.